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Vereinssatzung

Von Elke und Alfred Licht, Mitarbeit Veronika Moser


1903

Die Gründer des "G.T.E.V. D´Innviertler Rosenheim e.V." sind zum sehr großen Teil Arbeiter einer Munitionsfabrik, die südöstlich von Rosenheim an der Sims im Gemeindebereich Stephanskirchen gelegen ist. Dieser Ortsteil wird heute noch Pulvermühle genannt.
Wegen ihrer schmutzigen Arbeit mit dem Schwarzpulver nennen sie sich "Dö schwarzen Brüada". Unter den Gründungsmitgliedern wird Johann Eisner zum ersten Vorstand gewählt.
Wie heute, ist für die Gründer die Erhaltung der Gebirgstracht, Förderung alter Sitten, Unterhaltung im geselligen Kreis durch Musik und Gesang sowie das Üben von alten Tänzen und Schuhplattlern Zweck und Ziel. Als Gründungsdatum wird der 7. November 1903 festgehalten.

1904
Für den 17. Januar lädt der junge Verein im "Rosenheimer Anzeiger" zur Einstandsfeier ins Vereinslokal "Deutscher Jäger" (gegenüber dem Gasthaus "Fischküche" im heutigen Karstadt-Komplex). Im selben Jahr erfolgt die Aufnahme in den Inngau-Verband.

1906
Nach Streitigkeiten und Beitragsrückständen beim Gauverband erfolgt der Austritt im August. Im Protokollbuch vom Bruderverein "Dö Grüabinga" (heute "Alt Rosenheim") finden sich Aufzeichnungen über einen Verein "Almenrausch" Ziegelberg, der sich vermutlich als Folge der Streitereien von den "schwarzen Brüadern" abspaltete. Genauere Aussagen können nicht gemacht werden, da das erste Protokollbuch (1903 bis Jan. 1914) bei Schriftführer Zweckstätter in Hofleiten einem Hochwasser des Inns zum Opfer gefallen ist.


1910

Zum ersten Mal taucht der junge Verein unter seinem heutigen Namen auf.
Am 2. Januar findet sich im Protokollbuch der "Grüabigen" (heute: "Alt Rosenheim") folgender Eintrag:
"Generalversammlung der Vereinigung der Rosenheimer Gebirgstrachtenvereine, welche von folgenden Vereinen besucht war: Innviertler Ziegelberg, Immergrün Kolbermoor, Edelweiß Fürstätt, Stammverein und dö Grüabinger Rosenheim."


1912

Am 14. April werden die "Innviertler" auf der Gauversammlung in Kolbermoor erneut in den Inngau aufgenommen. Der Verein übernimmt die Patenschaften beim Trachtenverein "D´Wendlstoana" Hausham und "Dö lustinga Oberboarn" (heute "Inntaler" Nürnberg). Die Gründer dieses Vereins stammen fast alle aus den Reihen der "Innviertler". Sie wurden als Waldarbeiter gebraucht und halten heute noch die Sitt´ und Tracht der Heimat ihrer Väter und Großväter in Ehren.


1914

Am 6. und 7. Juni feiern die "Innviertler" die Enthüllung der ersten Fahne in Rosenheim - Marienbad (Hl.-Geist-Straße, gegenüber dem heutigen Ignaz-Günther-Gymnasium). Die Patenschaft übernimmt der G.T.E.V. "D´Wendlstoana" Hausham vom Gauverband I, nachdem den Aufzeichnungen aus dem Protokollbuch zufolge der Stammverein eine Patenschaft ausschlägt, was aber den guten Verbindungen zueinander keinen Abbruch tut.


1919

Der 1. Weltkrieg bringt das aufblühende Vereinsleben jäh zum Stillstand. Der Tod vieler Kameraden ist zu beklagen.
Mit größter Mühe gelingt es einigen wenigen "Innviertlern", die Vereinsarbeit weiter zu führen. Und schon im September kann beim Stadtmagistrat Rosenheim ein Antrag auf Durchführung eines Kirtatanzes im "Saubräu-Keller" (heute Gasthaus Ludwigshof am Ludwigsplatz) gestellt werden.

Unser Vereinszeichen stammt aus dieser Zeit und in den Folgejahren führen die "Innviertler" Trachtler zahlreiche öffentliche Tanzveranstaltungen sowie Preisplatteln, ja sogar ein Preiskegelscheiben durch.


1921

Die "Innviertler" sind weit über die Gaugrenzen bekannt und beliebt und übernehmen die Patenschaft bei "D´lustinga Isartaler" München (Isargau).


1923
Am 30. Juni und 1. Juli richten wir gemeinsam mit "Dö Grüabinga" Rosenheim (jetzt "Alt Rosenheim") das Gaufest aus, unter Mitwirkung von 65 Vereinen.


1924
Es finden jährliche Theateraufführungen statt, zumeist im Gasthaus "Saubräu". Spielleiter sind Baldi Schnitzenbaumer und 1. Vorstand Jakl Brenninger.
Die Aufführungen finden nicht nur im Stadtbereich statt. Sogar Halfing findet als Aufführungsort Erwähnung.


1928
Der Stadtrat bewilligt einen Zuschuss in Höhe von 30 Mark für die Durchführung der 25jährigen Gründungsfeier für den 7. und 8. Juli im gleichen Jahr, die kurzfristig aus "Gaurücksicht" (Gauvorstand Krämer hatte mit einem Gauausschluss der "Innviertler" gedroht) aufs nächste Jahr verlegt werden muss.


1929
Die verschobene 25-Jahrfeier am 22./23. Juni fällt zum großen Teil ins Wasser.
Schriftführer Thaller hält im Protokollbuch fest:
"Zur großen Freude hatte der Wettergott Einsehen und liess erst seine Schleusen öffnen nachdem alles in den Festkellern untergebracht war."

1930
Der Patenverein "Dö lustinga Oberboarn" (heute "Inntaler" Nürnberg) weiht eine neue Fahne, nachdem die erste im Weltkrieg vernichtet worden war.
So ist es selbstverständich, dass wir am 19. und 20. Juli 1930 auch hier gerne als Pate zur Verfügung stehen.

Im August beteiligen sich die "Innviertler" mit den anderen Rosenheimer Trachtenvereinen am großen Trachtenaufmarsch der vereinigten Gauverbände des bayerischen Oberlandes in Rosenheim.
Bei herrlichem Wetter stellen sich 285 Vereine zum Kirchenzug. Beim Festzug mit 10.000 Trachtlern, die aus Bayern sowie allen Teilen Deutschlands und Österreichs angereist sind, säumen 20.000 Zuschauer die Straßen der Stadt.


1932
Die "Innviertler" zeigen auf dem Herbstfest den Kronentanz. Bei der "Christbaumfeier" werden an die Mitglieder, die zumeist arbeitslos sind, Bier und Zigaretten verteilt.


1933
Die Nationalsozialisten kommen an die Macht. Vorstand Sepp Demegni ersucht aus diesem Grund die Ausschussmitglieder, im Verein keine Politik zu betreiben, da sonst Reibereien entstehen könnten und der Verein in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.
Am 26. und 27. August feiern die "Innviertler" ihr 30. Stiftungsfest zusammen mit den "Alt Rosenheimern", die ihr 40. Vereinsjubiläum begehen. Am Festzug, der über Hindenburgstraße (heute Münchener Straße), Adolf-Hitler-Straße (heute Innstraße) und Kaiserstraße zur Loretowiese verläuft, beteiligen sich ca. 40 Vereine.

Schriftführer Thaller schreibt:
"Alle Achtung gebührt den 3 Mitgliedern von den "Oberboarn" (heute "Inntaler") Nürnberg welche trotz Arbeitslosigkeit mit wenig Geld sich es nicht nehmen liessen, den Weg per Rad von Nürnberg nach Rosenheim und zurück zu machen".

1938
Im nationalsozialistisch regierten Deutschland wird die Arbeit auch in den Trachtenvereinen zunehmend schwieriger. So war der große Trachtenaufmarsch am 4. September die letzte große Festlichkeit vor dem Krieg, an der sich die "Innviertler" im Rahmen des Rosenheimer Herbstfestes mit 2000 anderen Trachtlern, veranstaltet durch die KdF-Kreisleitung (Kraft durch Freude) und des Wirtschaftsverbandes, beteiligen.

Das Vereinslokal wird ins "Gasthaus Fenk" (an der Innbrücke, heute "Diakonisches Werk") verlegt. Von nun an findet im Protokollbuch der Vereinsgruß "Heil Hitler" Erwähnung. Trotzdem ist zu anzumerken, dass in den Büchern, die aus dieser Zeit vollständig vorhanden sind, keine Hetze und Verunglimpfung anderer Rassen oder Religionen aufgezeichnet sind.

Vorstand Demegni am 13. August in einem Vereinsabend im Beisein des Gauvorstand des Toni Grad von den Mitgliedern für seine aufopfernde Tätigkeit im Verein geehrt und 1940 zum Ehrenvorstand ernannt.


1939
Die Sylvesterfeier ist für längere Zeit der letzte Grund der "Innviertler" für eine zünftige Zusammenkunft.


1940 - 1945
Das Vereinsleben kommt zum Stillstand.
Schriftführer Rupert Bergbauer schreibt in seinem Bericht:
"Die üblichen Vereinsabende werden dem Ernst der Zeit entsprechend nicht mehr abgehalten. Über 20 Kameraden sind zur Zeit beim Heer. Die eingerückten Mitglieder werden mit Feldpost bedacht, soweit es der Kassenbestand erlaubt. Besonderer Dank gebührt der Familie Demegni die sich besonders um die Liebesgabenpost angenommen hat. Auch unserem Kassier Thaler Hans gebührt Dank, der unermüdlich tätig ist, damit unser Kassenbestand nicht ganz zerinnt. Ebenso Staudhammer Sepp, der den weitesten Weg nicht scheut, wenn er irgendwo Geld vermutet".
Bis Kriegsende finden sich im Protokollbuch danach nur noch die Einträge von Gefallenen-, Helden-, und Totenehrungen!
26 "Innviertler" müssen im 2. Weltkrieg ihr Leben lassen.


1946
Am 20. Januar begrüßt Ehrenvorstand Sepp Demegni in einer Versammlung diejenigen, die motiviert werden konnten, noch einmal von vorne anzufangen, mit einem herzlichen "Grüß Gott" und erklärt gleichzeitig für die anstehende Neuwahl nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Es wird Rupert Bergbauer als neuer Vorstand gewählt.

Noch im selben Jahr beantragt die Vorstandschaft in einem eigens in englischer Sprache verfassten Brief an Sir Captain Necel vom "Military Government Rosenheim" die Überlassung einer leeren und ungenutzten Baracke des ehem. Reichsarbeitsdienstes in Stephanskirchen oder Kirchdorf. Als Grund wird angegeben, dass das bisherige Vereinslokal "Plestkeller" (Hofmühle, zwischen Prosol und Bierbichler, abgerissen 1999) vom Militär besetzt sei und der Pächter des neuen Vereinslokales Schloßwirtschaft (auf der Schloßbergkuppe) befürchte, dass durch das Platteln der Boden zu sehr abgenutzt würde.


1947

Die "Innviertler" veranstalten im "Schloßwirtsgarten" wieder ein Preisplatteln zur Aufbesserung der Vereinskasse. Sie erzielen hier und bei vielen Veranstaltungen in der Folgezeit durchwegs hervorragende Plazierungen, die von mancher Seite als "Sympathiewertungen" kritisiert werden.
Das Oberbayerische Volksblatt schreibt:
"1200 Zuschauer beim Preisplatteln in Rosenheim
Der Rosenheimer Trachtenverein "Innviertler" hatte am letzten Sonntag die oberbayerischen Trachtenvereine zum Preisplatteln auf dem Schloßberg eingeladen und alle waren gekommen. (...) Ein Preisplatteln war angesagt und ein waschechtes Trachtenfest ist daraus geworden."


1948
Wegen der strengen Reglementierung der amerikanischen Besatzungsmacht im Vereinswesen, erhalten die "Innviertler" regen Zulauf vor allem junger Mitglieder. Im Verein (mittlerweile wieder auf 92 Mitglieder angewachsen) geht`s zünftig her. Deshalb muss in einer Ausschusssitzung beschlossen werden, dass das "Bierkrüglschmeißn" aufhören muss!
Für die nächsten 50 Jahre wird der "Schmidbräukeller" am Fuße des Schloßberges nun unser Vereinslokal sein.


Die "Innviertler" übernehmen am 20. Juni beim Gründungsfest der "Lindntaler" Lauterbach unter strömenden Regen eine weitere Patenschaft.

Walter Rudl schreibt in seinem Bericht:
"Das Regnen hörte nicht auf und wir waren alle um daheim sehr besorgt, denn das Hochwasser stand buchstäblich vor der Tür. Zuguterletzt kam der Mader Rudl von der Kastenau und brachte schlechte Nachricht vom Wasserstand. Nun hatte uns die Unruhe beim Kragen und wir hieltens nicht mehr aus, und fuhren um 9 Uhr mit unserem Lastwagen heim. Nur die "eisernen Innviertler" blieben draußen (...) Und Anderl und der Sepp haben gschuacht bis um 12 Uhr."


1949
Unser heutiger Ehrenvorstand und Ehrenmitglied des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes, Sepp Huy, wird neuer Vorstand.
Am Pfingstmontag, den 6. Juni, wird die Fahne des Patenvereins "Lindntaler" Lauterbach geweiht, diesmal bei schönem Wetter.


1950
Im Fasching geht`s hoch her. Die Dekorationen von Rudl Walter bei der "Faschingsgaudi" unter dem Motto "Eine Nacht in Sankt Pauli" animieren nicht nur die "Innviertler" zum lange aushalten.
In seinem Protokollbericht schreibt er:
"Um 3.00 Uhr war Polizeistunde, aber den Polizisten gefiel es gut und so blieben sie bis um 5.00 Uhr, wo dann die letzten gingen."

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Der Reinerlös beträgt 802,94 DM, worauf das Finanzamt eine Mitteilung schickt, dass der Verein künftig unaufgefordert 3% seiner Einkünfte als Einkommensteuer zu zahlen hat. Es ist zweifelhaft, ob dies geschehen ist, denn im Schriftführerbericht hat Rudl Walter festgehalten:
"Dene pfeift ma wos!"

Am 1. und 2. Juli findet unser Gaufest statt, für das wir uns schon 1949 vergeblich beworben hatten, im Schloßwirtsgarten am Schloßberg statt. Mit ca. 3.000 Trachtlern aus 57 Vereinen, 12 Musikkapellen und 6 Festwägen bewegte sich der Festzug durch Schloßberg. Um die 12.000 Zuschauer säumten die Straßen, um sich dieses farbenprächtige Bild von bunten Fahnen und sauberer Tracht nicht entgehen zu lassen.
Schon am Heimatabend ist das Interesse groß.
Schriftführer Rudl Walter:
"Der Menschenandrang war gewaltig und unser kleiner Verein diesem Ansturm nicht gewachsen. Viele, viele Zuschauer saßen ohne Zeichen an den Tischen."


1951
Beim Jenbachtaler Trachtenfest lernen Vorstand Sepp Huy mit seiner Frau Maria die Kapfenberger (Steiermark) Mizi und Willi Winterhöller kennen. Aus der eigentlich privaten Freundschaft ergeben sich bis in die heutige Zeit freundschaftliche Verbindungen zum Heimatverein "Floninger" Kapfenberg, welche durch gegenseitige Besuche und die alljährliche Fahrt zum Landestrachtenball der Steiermark, auch "Steirerball" genannt, bis heute aufrecht erhalten werden.


1952
Die „Innviertler„ übernehmen am 7. und 8. Juni beim Trachtenverein "Edelweiß" Neumarkt am Wallersee bei Salzburg eine weitere Patenschaft und begeistern die Zuschauer mit dem Kronentanz.
Unser Schriftführer, Franzl Wild, in seinem Schriftführerbericht:
"Das schönste und wohl interessanteste Fest dieses Jahres war wohl die Fahnenweihe unseres Patenvereins Neumarkt. (...) In aller Freude hatte die Simseer Musik zugesagt und so konnten wir uns schon sehen lassen."

Die Fahne des Patenvereins aus Nürnberg wird am 9. und 10. August bei uns am Schloßberg geweiht.


1953
Die "Alt Rosenheimer" richten das Gaufest aus. Die "Innviertler" begehen das 50jährige Vereinsjubiläum und beabsichtigen die Feierlichkeiten aus kameradschaftlichen Gründen um ein Jahr zu verschieben.

Im Hofbräu-Saal wird ein Heimatabend unter dem Motto "Boarische Schmankerl – Tiroler Gröstl – Salzburger Nockerl", in Bezug auf die guten Verbindungen der "Innviertler" ins Österreichische, abgehalten. Als Ansager fungiert einmal mehr das Rosenheimer Original Wild Franzl in seiner unvergleichlichen Art.

Schriftführer Sepp Hollinger hält hierzu fest:


Erst in diesem Jahr beschließt man in der Generalversammlung, den Vereinssitz endgültig nach Rosenheim zu verlegen.


1955
Zwei Jahre nach dem eigentlichen Jubiläum feiern die "Innviertler" am 7./8. Mai im Hofbräusaal ihr 50jähriges Bestehen im kleineren Rahmen.
Es wird der Sterntanz aufgeführt.


1959
Die Amtszeit des Ausschusses beträgt von nun an zwei Jahre. Im November wird vereinbart, zum 60jährigen Gründungsfest eine neue Fahne anzuschaffen.

1963
Die "Innviertler" werden 60 Jahre alt, doch wegen des im gleichen Jahr stattfindenen Gaufestes der "Alt Rosenheimer", die ihr 70. Gründungsjubiläum mit dem Gaufest feiern, erklärt man sich erneut bereit, die Feierlichkeiten um ein Jahr nach hinten zu verlegen.
Der "G.T.E.V. D`Wendlstoana Hausham"(Gauverband I) wird auch bei unserer zweiten Fahne die Patenschaft übernehmen.


1964
Mit langer Hand wurde dieses schöne Fest für den 13. und 14. Juni vorbereitet. Durch den Heimatabend, er in der Markthalle (heute Wohnblock mit "Norma" in der Innstraße) stattfand, führte wieder unser Wild Franzl. Am Festsonntag konnte unter schönem Wetter beim Gottesdienst auf dem Max-Josefs-Platz die zweite Fahne, gestickt nach den Zeichnungen unseres Mitgliedes Hans Obergottsberger von den Klosterschwestern in Moosburg, geweiht werden.

Im Protokollbuch hält Schriftführer Mader Rudl fest:
"Unser Quartiermeister, Gall Franz, hat für 160 Mann Quartier besorgt. Zu guter letzt hat er selbst keine Schlafgelegenheit mehr gehabt und hat in seinem Auto geschlafen. Der Schriftführer, Mader Rudl ist nach den Aufbauarbeiten in der Markthalle am Freitag 13.6. versumpft. Er hat seiner Frau Anna ihren Bettklopfer gefürchtet, und ist ebenfalls in seinem Lloyd übernachtet."


1964-1971
Bei den Preisplattelveranstaltungen des Inngaus erzielen die "Innviertler" in allen Klassen herausragende Plazierungen.


1965
Für seine großen Verdienste um die Trachtensache wird der Ehrenvorstand der "Innviertler" Sepp Demegni, von den Mitgliedern liebevoll Demegni-Vater genannt, zum Gauehrenmitglied ernannt.


1967
Für die Weihe der Fahne der "Wendlstoana" Hausham übernehmen am 24. und 25. Juni die "Innviertler" bei schönem Wetter die Patenschaft.


1968
Die "Innviertler" veranstalten zum ersten Mal im Krankenhaus Rosenheim eine alpenländische Adventsfeier.


1969
Die aufopfernde Arbeit der Jugendleiter Alois Moser und Sepp Argstatter trägt Früchte. Nach längeren Jahren Pause wird wieder ein Strohpreisplatteln unter großer Beteiligung abgehalten.
Neben den Aktiven, werden auch bei den Gaujugendpreisplatteln in den nächsten Jahren viele erstklassige Plazierungen gewonnen.


1971
Der wiedergewählte Gauvorplattler, unser unvergessener Schorsch Argstatter sen., führt die Gaugruppe ein.

Schriftführer Ernst Wunsam schreibt hierzu im Protokollbuch:
"Der Beschluss eine Gaugruppe mit 20 Personen aufzustellen, fand allgemeine Zustimmung. Ausgewählt wurden Paare laut des Ergebnisses des letzten Preisplattelns. Wir sind mit 4 Paaren vertreten."


1972
Sechs "Innviertler" Dirndl und Buam beteiligen sich an der Endfeier der Olympischen Spiele in München.


1975
Die "Innviertler" kümmern sich jetzt mehr vereinsintern um ihre Aufgaben. Eine gute Jugend- und Aktivengruppe, Musik- und Gesangsgruppen sind der Lohn der Arbeit. Dazu kommen die jährlichen Patentreffen mit den Patenvereinen


1976
Durch die schon seit der Gründung der "Mangfalltaler" Kolbermoor sehr guten Beziehungen untereinander, werden wir ab jetzt zum alljährlichen Kindernachmittag nach Kolbermoor/Lohholz eingeladen.
Der Vorschlag vom Vorstand Schorsch Birner von den "Alt Rosenheimern" wird vom Ausschuss begrüßt, einen gemeinsamen Vereinsabend der drei Rosenheimer Vereine abzuhalten, um das früher guten Verbindungen zueinander wieder aufzufrischen.


1977
Am 21. Mai verstirbt das letzte Gründungsmitglied des Vereins, Maria Buchberger. Sie war schon in jungen Jahren mit ihrem Mann nach Nürnberg gegangen und hat dort die "Oberboarn" (heute "Inntaler") mitgegründet.
Vorstand Sepp Huy steht nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. Neu gewählt wird sein bisheriger Stellvertreter, Franz Moser, der von der Demegni-Mutter das Vorstandszeichen angeheftet bekommt. Seine erste Amtshandlung ist, Sepp Huy für seine 28jährige aufopfernde Tätigkeit als Vorstand zum Ehrenvorstand zu ernennen.


1978
Zusammen mit den Paten- und Brudervereinen aus Rosenheim feiern wir am 6. Mai unser 75jähriges Gründungsjubiläum mit einem Festgottesdienst in der Klosterkirche.
Beim anschließenden Heimatabend mit Volkstanz in der Inntalhalle kommen fast 600 Gäste.
Im Protokollbericht von Schriftführerin Rosemarie Vogl ist nachzulesen:
"Großes Lob gebührt unserem Mitglied Obergottesberger Hans, der in wochenlanger, mühevoller Arbeit mit Pinsel und Farbe ein wahrhaft schönes Kulissenbild mit südtiroler Landschaft schuf."

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1979
Die "Innviertler" übernehmen am 23. und 24. Juni beim 30. Gründungsfestes der "Lindntaler" Lauterbach erneut die Patenschaft und führen am Heimatabend, den von Vorplatter Helmut Moser einstudierten Sterntanz auf.
Nach jahrzehntelanger Spitzenleistungen, gewinnen die "Innviertler" bei der Gruppenwertung des Gaupreisplattelns in Neubeuern diesmal nur den Schneiderpreis.


1982
Nur noch ein "Innviertler"-Trachtler findet sich bereit, beim Gaupreisplatteln mit zu machen. Die Zeiten, in denen die "Innviertler" lange Zeit herausragende Leistungen im Gau erzielten, sind damit leider vorerst vorbei. Trotzdem bleiben die "Innviertler" aktiv; der Schwerpunkt der Vereinstätigkeit hat sich jetzt mehr aufs Musikalische verlagert, was bei dem von den "Innviertlern" ausgerichteten Gaujugendsingen und –musizieren in Schloßberg eindrucksvoll bewiesen wird. Als Motor wird sich in den nächsten Jahren Musikwart Herbert Veszely heraus stellen.


1983
In einer Vorstandssitzung wird die Renovierung der zweiten Fahne beschlossen. Bei guter Behandlung würde sie 20 Jahre halten und 2003 wäre dann zum 100jährigen die Anschaffung einer neuen Fahne gerechtfertigt. Kassier Hans Vogl legt eine eigene Kasse an, um die veranschlagten Kosten der Fahnenrenovierung in Höhe von 3.800 DM inkl. Tragegurt bewerkstelligen zu können.

Am 11. Mai feiern wir in der Klosterkirche einen Gottesdienst zum Gedenken an unser 80. Gründungsjubiläum.

Über 25.000 Trachtler feiern am 3. Juli das Jahrhundertfest der bayerischen Trachtenvereine in München. 29 "Innviertler" sind bei diesem Großereignis mit dabei.

Schriftführerin Rosemarie Vogl schreibt im Vereinsbuch:


Die "Alt Rosenheimer" richten das Gaufest aus. Die "Innviertler" beteiligen sich zahlreich in ihrer Heimatstadt. Zum Dank für das regenfreie Gaufest marschieren unsere Mitglieder Löffel Marianne, Argstatter Sepp, Schnürer Schorsch sen. und Huy Anderl zu Fuß von Rosenheim nach Brannenburg auf Schwarzlack.


1984
Durch Musikwart Herbert Veszely hat die musikalische Nachwuchsarbeit bei den "Innviertlern" in den letzten Jahren sehr großen Aufschwung genommen. Zusammen mit den "Kaltentalern" Pang und "Alt Rosenheim" wird ab jetzt einmal im Jahr der "3-Vereine Hoagascht" mit Mitwirkenden aus den beteiligten Vereinen abgehalten (bis 1998) .


1987
Die "Innviertler" sind am 11. und 12. Juli der "Göd" bei der dritten Fahne des neuen Patenvereins "Mangfalltaler" Kolbermoor.

Der Vorstand der "Mangfalltaler", Walter Weinzierl, aus seinem Prolog:

"Liabe Innviertler, griaß Eich Gott beinand
mia Ham heit oglegt unser bestes Gwand
mia Mangfoitaler stengan in Eurer Mittn
kemma samma heit zum Patenbittn!

Mir ham uns gsogt, a neue Fahna muaß her
Und scho geht’s los, de Gaudi und des Gscher.
An Patenverein brauchma, des is gwiß,
weil ohne Göd a neie Fahna nix is.

Drum samma heit bei Eich herunt
Und frogn recht brav: kunt
Net vielleicht gar eicher Verein
Bei unserer Fahnaweih da Godei sei?

A Patenschaft is a große Ehr, hob i dalust
Wenns a boid a 10 000 Markl kost.
Jetzt, i glaab, daß für Eich net so ins Geld nei lafft
Mia san großzügig, d’Fahna hamma uns scho selba kaftt! (...)"


1988
Die "Innviertler" richten das Gausingen- und musizieren in Schloßberg aus.
Die Renovierung der 1. Vereinsfahne steht an. Die Kosten werden mit über 6.000 DM veranschlagt.


1989
In der Klosterkirche wird mit den Patenvereinen die renovierte alte Vereinsfahne neu geweiht. Im Verein kriselt’s; die Vereinsabende sind schlecht besucht.

Schriftführerin Rosemarie Vogl schreibt in ihrem Bericht:
"Traurig aber wahr!! Der Vereinsabendbesuch wird immer spärlicher. (...) Wenn der gute harte Kern nicht stets anwesend wäre – und der Aushilfsmusiker Klausi vom Patenverein "Mangfalltaler", dann hätten sich unsere heutigen Geburtstagskinder Maria Gabler, Anderl und Rosemarie ihren Ehrenwalzer selbst pfeifen müssen."


Der Kinderfasching wird ab jetzt abwechselnd mit den Kindern der "Alt Rosenheimer" (1990 stoßen die "Mangfalltaller" Kollbermoor dazu) im Stadtjugendringsaal durchgeführt.

Schon seit längerem sammeln die Rentner im Verein Altpapier bei den Mitgliedern. Der Erlös 1989 bringt 2.018 DM für die Jugendkasse.


1990
Auf der Gau-Herbstversammlung erhält unser Ehrenvorstand Sepp Huy, nach 25jähriger Kassierstätigkeit im Inngau-Trachtenverband die seltene Gau-Ehrenmitgliedschaft.
Er ist damit bereits – nach unserem Demegni-Vater - der zweite aus unseren Reihen, dem diese hohe Ehre zuteil wird.


1992
Nach einer Pause von 15 Jahren findet in Rosenheim wieder ein Faschingszug statt. Die "Innviertler" sind mit der "Charly Chaplin Tanzparade" dabei und erfreuen die zahlreichen Besucher mit ihrem nicht ganz einfachen Tanz, der ihnen vom 2. Vorstand Erwin Licht eingebrockt wurde.
Vorstand Franz Moser gibt bekannt, dass die amtliche Eintragung "Trachtenverein Innviertler e.V." am 11. Juni 1992 rechtlich erfolgt ist.


1993
Die "Innviertler" sind nun 90 Jahre alt und feiern dies am 15. Mai mit einem Festgottesdienst in der Klosterkirche mit anschließendem Totengedenken am Kriegerdenkmal und Festabend in der Inntalhalle. Gäste sind die Paten-, Nachbar- und Brudervereine.

Im Protokollbuch hält Schriftführerin Rosemarie Vogl fest:


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1994
Zum ersten Mal führt Jugendleiter Herbert Veszely im Saal des Stadtjugendringes einen Volkstanzkurs für Kinder durch.
Unter dem Motto "Sepp, Depp, Hennadreck" ist diese öffentlichkeitswirksame Veranstaltung an zwei Nachmittagen in den Osterferien inzwischen ein fester Bestandteil im Terminplan der Innviertler.
Besonderer Dank gebührt hier dem Sepp Gotzlirsch und Rudl Mayerbacher mit ihren Frauen, die über Jahre hinweg auf nette Art den Kindern unverfälschtes Brauchtum weiter geben.


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1996
Nach dem plötzlichen Unfalltod von Jugendleiter und Musikwart Herbert Veszely brechen vor allem viele Musikerkinder weg vom Verein. So muss bei der Fahnenweihe des Patenvereins "Edelweiß" Neumarkt a. Wallersee Jugendleiter Leonhard Wimmer selbst als Taferlbua herhalten.

Schon ein wenig im Hinblick auf unser 100jähriges Bestehen, regt 2. Vorstand Alfred Licht neue Hosenträger mit Vereinswappen für die Buam an. Der Sangesbruder vom 2. Fähnrich Franz Weinzierl Erich Schraml legt die ersten Entwürfe vor.


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1997
Auf Ausschusssitzungen wird zum ersten Mal besprochen, in welchem Rahmen das 100. Gründungsfest begangen werden könnte. Noch gibt’s Zweifler ...!

Bei den Oberbayerischen Kulturtagen zeigen die Innviertler den Sterntanz und den Knappenplattler, die Kinder den Kikeriki. Der Höhepunkt ist die Aufführung des Kronentanzes mit insgesamt zwölf Paaren aus den vier Rosenheimer Trachtenvereinen.


1998
Nach jahrelanger Abstinenz, stellen sich die aktiven Buam und 1999 auch die Dirndl den Wertungsrichtern im Gaupreisplatteln und später auch im Gaujugendpreisplattlen.
Die Spitzenergebenisse der 60er und 70er Jahre können nicht mehr erreicht werden.
Sylvia Krenzler dazu in ihrem Bericht:

Nach 50 Jahren nehmen wir schweren Herzens Abschied von unserem Vereinslokal "Schmidbräukeller". Viele Mitglieder erinnern sich gern an die schönen Zusammenkünfte von jung und alt in ihrem Vereinslokal. Aus dem "Schmidbräukeller" wird eine Erlebnisgaststätte.

Es wird zunehmend schwieriger, einen Musiker für die Vereinsabende aufzutreiben. Kassierin Heidi Kecht gibt deshalb eine Zeitungsanzeige auf und hat Glück: Hans Weiser aus Kiefersfelden spielt seither mit seiner Frau zuverlässig auf den Vereinsabenden der Innviertler.


1999
Im Ausschuss zeichnet sich eine Mehrheit ab, unser 100. Jubiläum im großen Rahmen zu feiern. Es wird eine Spendenkasse für die Mitglieder angelegt.


2000
Immer wieder finden sich im Protokollbuch Einträge, ob unser kleiner Verein überhaupt in der Lage ist, sein großes Fest zu feiern. Viele im Ausschuss sind der Meinung, dass ein Gaufest eine Chance ist, das vor sich hinplätschernde Vereinsleben neu zu beleben, zumal von vielen Seiten Unterstützung zugesichert wird. Deshalb treffen sich 2. Fähnrich und jetziger Festleiter Franz Weinzierl, Inventarist Adi Eggerl und Jugendleiter Alfred Licht bei Kassierin Heidi Kecht das Für und Wider des Ausrichtung des Gaufestes und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Etwas später spricht sich der Ausschuss einstimmig für die Bewerbung des Gaufestes aus und lässt sich seinen Beschluss von den Mitgliedern bestätigen.


2001
Nach einer kurzen Station im "Kastenauer Hof" finden wir im neuen Vereinslokal "Happinger Hof" einen Wirt, der der Trachtensache positiv gegenüber steht.

In der Gaufrühjahrsversammlung in Pang erhalten die "Innviertler" den Zuschlag für die Ausrichtung des Gaufestes im Jahre 2003, worauf der Festausschuss um Festleiter Franz Weinzierl benannt wird und sofort mit den Vorbereitungsarbeiten beginnt.


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2002
Die Vorbereitungen fürs Gaufest befinden sich, dank der Umsichtigkeit von Festleiter Franz Weinzierl auf einem guten Weg. Vorplattler Michael Vogl gelingt es, früher sehr aktive inzwischen aber passive Mitglieder neu zu motivieren. Die Aktivengruppe erhält einen starken Zulauf. Auch die Kindergruppe besteht jetzt wieder aus einem kleinen, aber zuverlässigen Stamm von Kindern zumeist aktiver Eltern. Ein Zeichen, dass es richtig war, sich für das Fest zu entscheiden.

Vorstand Franz Moser ist jetzt 25 Jahre der Vorstand der "Innviertler" und erhält für seine Arbeit das goldene Gauabzeichen. Er ist derzeit der dienstälteste amtierende Vorstand des Inngaues.

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim, Gabriele Bauer, erklärt bei einem Vereinsabend bei den "Innviertlern" offiziell die Übernahme der Schirmherrschaft für das Gaufest 2003.


2003
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die zum Teil mehrmals wöchentlichen Proben der Aktiven sind gut besucht.

Auf der Gaufrühjahrsversammlung in Rosenheim versichert die Schirmherrin den Delegierten eindrucksvoll, dass sie alles unternehmen will, damit Rosenheim ein würdiger Austragungsort für das Gaufest sein wird.

Die Mitglieder haben sich viel Mühe gegeben und freuen sich auf ein gelungenes Gaufest zum 100jährigen Bestehen der "Innviertler".